WIE SCHÜTZT MAN SICH VOR WELPENHANDEL?

Liebe Hundefreunde und Welpen-Interessierte,


immer häufiger fallen Welpeninteressierte auf einen Hundehändler herein. Die vermeintlich liebevolle Züchter-Familie ist allzu oft ein skrupellos agierender Welpenhändler. Deswegen erstelle ich hier einen kleinen Leitfaden, woran man Hundehändler identifizieren kann. Außerdem gibt es allgemeine Tipps zum Welpenkauf sowie weiterführende Links zum Thema.


Zuallererst: Informiert euch umfassend vor dem Kauf. 


Googelt die Telefonnummer des Verkäufers/Züchters, den Namen, den Wohnort in Verbindung mit "Zucht" oder “Welpen”. Lest, meldet euch in Foren an. Und beobachtet auch über längere Zeit den Züchter! Das Internet vergisst nicht und gibt meist sehr schnell preis, ob die günstige Anzeige bei ebay Kleinanzeigen in Wahrheit ein Hundehändler ist.


Rassehundwelpen sind nicht für 500 Euro oder weniger zu haben!


Wenn sie einen Hund in diesem Preisarrangement haben möchten, sollten Sie sich im Tierheim umsehen. Die meisten Hunde in diesem Preissegment stammen von Hundehändlern.

 

Was genau ist ein "Hundehändler"?

Das Handeln mit Hunden ist in Deutschland pauschal nicht verboten. Viele Welpenhändler kaufen ihre "Ware" günstig in Osteuropäischen Ländern ein - dort werden Mutterhündinnen als "Zuchtmaschinen" missbraucht und unter schrecklichen Bedingungen gehalten - Sie erfahren nie Liebe, Vertrauen und einen warmen Schlafplatz. Allzu oft werden die Welpen ohne Betäubung per Kaiserschnitt geholt und die arme Welpenmutter mit der Wunde und den Welpen sich selbst überlassen. Viele Muttertiere und Welpen sterben bereits, bevor sie überhaupt beim Käufer angelangt sind. Es geht schlichtweg um PROFIT. Hier ist KEINERLEI Tierliebe im Spiel!


Die noch winzigen Welpen werden schon nach wenigen Wochen und somit viel zu früh von der Mutter getrennt. In kleine, dunkle Kisten gesperrt und stundenlang nach Deutschland gekarrt - wo sie im besten Fall lebend ankommen. Es gibt keine genauen Zahlen, aber tatsächlich verstirbt ein großer Teil der “Ware” bereits auf dem Weg nach Deutschland. Überlebt der Welpe, wird er die nächsten Wochen in Zwingern unter widrigen Umständen gehalten. Kommt der Welpeninteressent, werden die ängstlichen und meist kranken Welpen schnell in das gemütliche Wohnzimmer geholt und der perfekte Schein inszeniert. Bis jemand die Welpen vermeintlich guten Gewissens kauft. 


I.d.R. sind die Welpen wesentlich jünger, als vom “Züchter”/Händler angegeben. Denn: Je länger die Welpen vor Ort bleiben, desto mehr Geld kosten sie. Damit sich der niedrige Preis rentiert, werden die Welpen gerne schon mit 5-6 Wochen abgegeben. Ein Welpe sollte jedoch mindestens acht Wochen bei der Mutter und beim Züchter bleiben - neben wichtigen Impfungen werden in der Zeit die wichtigsten Weichen für ein glückliches Hundeleben gestellt, die danach nicht oder nur sehr schwer zu begradigen sind! 


Diese Welpen haben nicht nur ein schreckliches Leben bis dahin gehabt, sondern leiden auch danach - sehr häufig unter teilweise tödlich verlaufenden und ansteckenden Krankheiten wie Parvovirose. Ein Welpe, der an Parvovirose erkrankt, hat lediglich eine Heilungschance von 20%.

Oder sie haben durch fehlende Liebe und Sozialisation lebenslange psychische Probleme, die in Angstprobleme oder Aggressionen umschlagen können, die sich auch gegen die neuen Hundebesitzer richten können. 


Für jeden gekauften Welpen kommt mindestens ein neuer nach, der genauso leiden muss. 


Man tut auch aus Mitleid NICHTS gutes, dort einen Hund zu kaufen, so schwer es fällt. Die einzige Möglichkeit, dieses Leid zu beenden, ist es, keinen Welpen bei diesen Händlern zu kaufen und ihnen ihre Einnahmequelle zu nehmen.

 

Woran erkenne ich einen Hundehändler?

Es gibt einige Punkte, die einem sofort suspekt vorkommen sollten, auch, wenn sonst alles super erscheint (freundliche Familie, Kinder im Garten, saubere Umgebung, nicht sehr viele Hunde):


1. Wenn der Impfpass nicht auf Deutsch ist oder der eingetragene Tierarzt unnatürlich weit weg wohnt.

Außerdem müssen im Impfpass die ersten Impfungen gegen Parvovirose, Leptospirose, Hepatitis, Staupe und Zwingerhusten eingetragen sein. Schaut euch den blauen Impfpass gut an. Und achtet auf die Sprache. Nicht auf deutsch? Finger weg! Es gibt keinen einzigen guten Grund, weswegen ein Welpe ins Ausland gebracht werden sollte, um dort geimpft zu werden. Diese Pässe sind meist von kooperierenden Tierärzten im Ausland gefälscht worden.

Falls die kleinen Impf-Aufkleber schon aus dem Pass wieder herausfallen, sind sie irgendwo schon mal aufgeklebt worden.. Das deutet ebenfalls auf Pass-Fälschung hin.


2. Wenn die Mutterhündin nicht da ist oder ihr Gesäuge nicht sichtbar vergrößert ist. 

Egal, welche Ausrede präsentiert wird: Wenn man die Mutterhündin mit Gesäuge nicht zu Gesicht bekommt, kann etwas nicht stimmen! Aufstehen und gehen.


3. Der Welpe wenig kostet 

Ja, es gibt auch "günstige" Welpen ohne Ahnentafel, die nicht aus Osteuropa kommen. Doch auch hier ist immer Vorsicht geboten! Normalerweise ist die Ahnentafel (in Verbindung mit tierärztlichen Gesundheitszeugnissen) ein Nachweis dafür, dass die Elterntiere gesund sind und keine schlimmen Erbkrankheiten auf die Welpen übertragen. Eine VERANTWORTUNGSBEWUSSTE Hundeaufzucht kostet sehr viel Zeit und Geld! Deswegen ist ein gut gezüchteter Hund aller Regel nach nicht für 500 Euro zu haben! Untersuchungen auf Gesundheit, gutes Futter, etcpp.. sind keinesfalls günstig. Informiert euch, was ein Rassehund kostet - hier gibt es rasseabhängige Unterschiede. Eine gute Aufzucht ist seinen Preis definitiv wert und erspart euch im besten Fall den häufigen Gang zum Tierarzt.


4. Die Welpen auffällig DICKE BÄUCHE, ein verklebtes Fell oder verklebte Augen haben.

Hieran kann man Wurmbefall und Krankheiten erkennen, d.h. vermutlich sind die Welpen weder entwurmt noch geimpft! Gerne werden die dicken Bäuche mit “Die haben gerade gefressen” erklärt.


5. Der Züchter nicht nach euren Lebensumständen fragt.

Ein verantwortungsvoller Züchter, der sich um das Wohl der Tiere sorgt, wird euch Löcher in den Bauch fragen. Wie lange muss der Hund alleine bleiben? Habt ihr euch Gedanken über die Erziehung gemacht? Ist der Vermieter einverstanden? Es sollte ein ausführliches Gespräch sein, bei dem ihr das Gefühl habt, dass es dem Züchter wirklich am Herzen liegt, seine Welpen in die richtigen Hände zu vermitteln. Meist kann der Züchter auch genaue Infos über die unterschiedlichen Charaktere der Welpen geben.

 

6. Ihr keinen Kaufvertrag bekommt

Jeder seriöse Züchter schließt einen Kaufvertrag ab, in dem ein Mindestmaß an Informationen stehen: Name und Adresse des Käufers und Verkäufers, Name und Geburtstag des Hundes sowie der vereinbarte Kaufpreis, inkl. aktuellem Datum.

Im Idealfall hat der Züchter sogar ein Vorkaufsrecht eingetragen - sollte der Hund einmal nicht mehr beim Käufer leben können (aus welchen Gründen auch immer), behält sich der Züchter das Recht vor, den Hund zu sich zurück zu nehmen. Hiermit wollen seriöse Züchter vermeiden, dass "ihre" Welpen ins Tierheim oder in unsorgsame Hände gehen.


Vorallem lassen sich vorher schon SEHR VIELE Inserate im Internet als schlecht identifizieren. Auch, wenn sie immer besser geschrieben werden und man den Eindruck hat, dass es "liebevolle Privatzüchter" sind. Beobachtet ein paar Tage oder Wochen den "Durchlauf" der Inserate - schnell findet man heraus, dass sich Texte, Telefonnummern, Namen oder Wohnorte gleichen und unterschiedlichste Hunde angeboten werden, auch wenn dies ebenfalls immer geschickter gelöst wird. Wenn ihr pauschal von Inseraten mit “sofort abgabebereit” Abstand nehmt, habt ihr beinahe jeden Händler aussortiert.


Tipp: GOOGELT nach den Namen, Handynummern, Orten, etc. in Verbindung mit "Zucht"! Viele geschädigte Hundekäufer haben ihr Leid bereits geklagt. Informiert euch vorher ausführlich über alles, was ihr von diesem Züchter in Erfahrung bringen könnt. Die seriösen Züchter haben oft eine gut gepflegte Homepage, auf der bereits die vorherigen Würfe gezeigt, die Muttertiere vorgestellt werden und man vorab sehen kann, wie die Hunde gehalten werden. Hundehändlern ist die Pflege einer solchen Visitenkarte meistens zu aufwendig. Aber auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel.


Wenn euch auch nur irgendetwas spanisch vorkommt - steht auf und geht oder schließt das Inserat. Selbst, wenn ihr doch auf einen seriösen Züchter getroffen seid und keinen Hund bei diesem Menschen kauft, werdet ihr einen Welpen für Euch finden! Es muss nicht immer der erstbeste Hund sein. Die Auswahl eines Lebewesens für die nächsten 10-15 Jahre sollte keine spontane Bauchentscheidung sein, auch, wenn das natürlich bei diesen großen Kulleraugen sehr schwer fällt. Im Idealfall ist man beim Aufwachsen des Welpen mit dabei und kann ihn alle 1-2 Wochen besuchen, bis er im abgabefähigen Alter ist. So lernt der Welpe euch bereits kennen und ihr könnt euch über einen längeren Zeitraum ein gutes Bild von diesem Züchter machen.

Perfektes Schauspiel durchschauen!

Viele Hundehändler sind unterdessen schlauer geworden: Es sind auf den ersten Blick liebevolle Familien, die sich scheinbar um die Welpen sorgen. Sie haben Kinder, einen Garten und es ist aufgeräumt und ordentlich. Sie waren eben noch bei den Nachbarn.

 

Der Klassiker des "Kofferraum-Verkäufers" wird immer seltener. Vielmehr wird der perfekte Schein inszeniert, der allzu oft zukünftige Hundeeltern täuscht. Leider werden sogar vermehrt "Spione" in Foren, Organisationen, usw. geschickt, damit sich die Händler ihrer "Schwächen" noch bewusster werden, diese ausmerzen und damit den Schein perfektionieren. Der Handel mit großen Welpenaugen boomt und spült unglaublich viel Geld in die Kassen von skurpellosen Händlern, dafür wird gerne alles ins vermeintlich rechte Licht gerückt! Wer wirklich täuschen will, macht es gekonnt und professionell.


Ein seriöser Züchter sollte dir immer die vom Tierarzt ausgestellten Gesundheitszeugnisse der Elterntiere vorlegen können. Für dich und für den gewissenhaften Züchter (egal ob nun mit oder ohne Ahnentafel) sollte am Herzen liegen, dass alle gesund sind - dafür gibt man auch gerne Geld beim Tierarzt aus, um dies zu bestätigen und nachzuweisen! 

... und nicht zuletzt: Das Tierheim

Bitte überlegen Sie sich gut: Muss es unbedingt ein Welpe vom Züchter sein? Viele Rassehunde und Mischlinge im Tierheim suchen dringend ein zu Hause! In jeder größeren Stadt gibt es Tierheime, im nachfolgenden Link können Sie ein Tierheim in Ihrer Nähe finden.

Tierheime in Deutschland

Dieser Text darf sehr gerne (unter Verwendung des Links) weiterverbreitet werden. Jeder einzelne Kauf, der deswegen nicht bei einem Welpenhändler getätigt wird, ist ein Erfolg. Denn nur eins wird je die Hundehändler stoppen: Wenn sie mit ihren Machenschaften kein Geld mehr verdienen!

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Welpenhandel boomt leider immernoch :(

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Welpenhandel boomt leider immernoch :(

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